Die fast größenwahnsinnigen Extravaganzen von Arca oder Kanye West haben 2021 ebenso bereichert wie die leiseren Töne, die von Grouper oder Dean Blunt angeschlagen wurden. Mit Ungemach, Sega Bodega und Smerz beglückte uns zudem eine Reihe aufregender Acts, die das Verhältnis von Pop und experimenteller Elektronik neu zu verhandeln suchten.
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Sonntag, 9. Januar 2022
2021: Die 20 besten Alben
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Mittwoch, 18. August 2021
Ungemach: „Da reitet dann eine Mischung aus Unzufriedenheit mit mir selbst und der Außenwelt Hand in Hand in die Schwärze“
Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt erblickte im Schoße der Wupperstadt eine der aufregendsten EPs des Jahres das bewölkte Taggrau. Texte deutscher Sprache zeichnen die Verlorenheit einer zwischen Ekstase und Tristesse zerrissenen Generation. Im Interview spricht der bildende wie musizierende Künstler Ungemach über seine Einflüsse aus Post-Punk, Rap, Pop, Industrial und elektronischer Tanzmusik sowie seine Inspiration und sein Kunstverständnis.
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Freitag, 4. Oktober 2019
Kaninchenbauklänge (04.10.2019) // Negroman, Burial, Nick Cave & The Bad Seeds etc.
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Montag, 30. Januar 2017
Jahresrückblick 2016: Die besten Alben
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Dienstag, 17. Januar 2017
Jahresrückblick 2016: Die 50 besten Songs
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Dienstag, 8. November 2016
Video: Nick Cave & The Bad Seeds - Magneto
"Oh, the urge to kill somebody was basically overwhelming/
I had such hard blues down there in the supermarket queues"
Allen, die "Skeleton Tree" noch immer nicht erworben haben (weiß Gott warum), liefern Nick Cave & The Bad Seeds nach "Jesus Alone", "I Need You" und "Girl In Amber" ein weiteres Argument, dies schleunigst nachzuholen:
I had such hard blues down there in the supermarket queues"
Allen, die "Skeleton Tree" noch immer nicht erworben haben (weiß Gott warum), liefern Nick Cave & The Bad Seeds nach "Jesus Alone", "I Need You" und "Girl In Amber" ein weiteres Argument, dies schleunigst nachzuholen:
Freitag, 4. November 2016
Video: Anohni - Hopelessness
Meine hohen, durch das energetische "4 Degrees" weiter angeheizten Erwartungen vermochte Anohnis, im Mai veröffentlichtes, Hopelessness nicht einzulösen.
Der Gesang zu dramatisch, die Lyrics unangenehm moralisierend und auch der Sound hielt nicht das, was die Namen Hudson Mohawke und vor allem Oneohtrix Point Never als Co-Producer versprachen. Statisch, inkohärent, nur scheinbar innovativ und teils auch eher drucklos.
Kurz: Das Niveau früherer, teilweise ebenfalls elektronisch angehauchter Arbeiten wie der Swanlights-EP besitzt Hopelessness entgegen der einheitlichen Meinung aller mehr oder minder relevanten Feuilletonisten nicht.
Diese überschlugen sich regelrecht vor Jubel und feierten wochenlang die Genesung des Pops, der endlich den Mut zur "Message" und zum musikalischen Experiment wiedergefunden habe.
Mir hingegen geben die Lyrics das fatale Gefühl, von einer Moralistin mit erhobenem Zeigefinger belehrt zu werden.
Trotz aller Kritik ist das gestern veröffentlichte Video zum Titeltrack sehenswert. Wie viele andere Momente des Albums auch, offenbart es tolle Ansätze und vermittelt dem Hörer eine Idee davon, wie viel Potential dieses Projekt eigentlich gehabt hätte. Ich bleibe optimistisch, was das Nachfolgewerk anbelangt. Ist zum Glück nämlich alles gar nicht so hoffnungslos, wie Anohni uns weismachen möchte.
Der Gesang zu dramatisch, die Lyrics unangenehm moralisierend und auch der Sound hielt nicht das, was die Namen Hudson Mohawke und vor allem Oneohtrix Point Never als Co-Producer versprachen. Statisch, inkohärent, nur scheinbar innovativ und teils auch eher drucklos.
Kurz: Das Niveau früherer, teilweise ebenfalls elektronisch angehauchter Arbeiten wie der Swanlights-EP besitzt Hopelessness entgegen der einheitlichen Meinung aller mehr oder minder relevanten Feuilletonisten nicht.
Diese überschlugen sich regelrecht vor Jubel und feierten wochenlang die Genesung des Pops, der endlich den Mut zur "Message" und zum musikalischen Experiment wiedergefunden habe.
Mir hingegen geben die Lyrics das fatale Gefühl, von einer Moralistin mit erhobenem Zeigefinger belehrt zu werden.
Trotz aller Kritik ist das gestern veröffentlichte Video zum Titeltrack sehenswert. Wie viele andere Momente des Albums auch, offenbart es tolle Ansätze und vermittelt dem Hörer eine Idee davon, wie viel Potential dieses Projekt eigentlich gehabt hätte. Ich bleibe optimistisch, was das Nachfolgewerk anbelangt. Ist zum Glück nämlich alles gar nicht so hoffnungslos, wie Anohni uns weismachen möchte.
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Dienstag, 1. November 2016
Rezension: Weyes Blood - Front Row Seat To Earth
Im Heute wie im Gestern verortete Collagen der EinsamkeitNicht Jenny Hval, trotzdem geht es wieder um Blut. Um Natalie Mering, alias Weyes Blood, genauer gesagt.
Nach den Vorgängern von 2011 beziehungsweise 2014, ist "Front Row Seat to Earth" das nunmehr dritte Werk der 28 jährigen Kalifornierin.
Mering kann auf eine Vergangenheit als Bassistin bei Jackie-O Motherfucker, einer Experimental Rock-Gruppe aus Oregon, zurückblicken. Weyes Blood beheimatet jedoch eine andere Nische.
Man nehme den psychedelischen Hippie-Folk der späten 60er und vor allem 70er Jahre und stecke ihn kurzerhand ins 21. Jahrhundert. In eine Zeit, in die die Idee der freien Liebe als Tinder übersetzt wurde. In der man an sozialen Medien und Smartphones klebt, anstatt sich mit Akustikgitarre und Stockbrot ans Lagerfeuer zu setzen. In der aus politischer Aufbruchstimmung Desinteresse, Desillusionierung und Entpolitisierung geworden sind. Kurz: Eine Zeit, in der viele (Hippie-) Ideale nicht gut gealtert sind. Und genau dieses Gefühl schlägt sich in den neun Songs nieder. Unbedarftheit, Romantik und kindliche Hoffnung, aber auch die schiere Leere, die Fremdheit und tieftraurige Resignation, die als Erinnerung an geplatzte Träume zurückbleiben.Das liest sich jetzt natürlich sehr pathetisch, klingt es aber nur bedingt.
"Going to see end of days/ I’ve been hanging on my phone all day/ And the fear goes away”
Der Gefühlsschwere ihrer Lieder zum Trotz, nimmt Mering sich selbst nicht zu ernst (Man sollte sich wirklich ihre süchtigmachenden Videos zu Gemüte führen). Sie ist mutig, scheut weder vor Selbstironie, noch vor Kitsch.
Das Gefühl, das den Rezipienten vereinnahmt, wird auf dem Cover durchaus passend illustriert.
Von einer schönen, mondartigen, aber auch verlassenen Landschaft umgeben zu sein, auf dem Boden zu liegen und einen Anzug aus türkisem Satin und weiße Sneaker zu tragen.
Klar, textlich sind Merings Songs die depressivsten und hoffnungslosesten Liebeslieder seit langem, doch der Vibe ist trotzdem ein warmer, angenehm verträumter. Dream Pop eben.
Die Instrumentierung ist hier reichhaltiger als bloßer 70s Folk. Subtile Dissonanzen, benommen eiernde Orgelsynths, entfernte Pianoklänge, eine liebliche Harfe und traurige Bläser existieren hier neben verschiedenen Effekten, die in erster Linie über Merings Stimme gelegt sind.
Selbsterklärend, dass radiotaugliche Hits vergebens gesucht werden.
"Front Row Seat To Earth" funktioniert vor allem als Ganzes, lullt den Hörer ein in eine verschwommene, surreale Traumwelt, in der das persönlich Intime und das allgemein Relevante und allgemein Gültige eins werden. Subjektive Gefühle von Einsamkeit, Zurückweisung und Schmerz den Herzschlag des gesamten Planeten zu dirigieren scheinen. Und der funky Satinanzug nie abgelegt wird.
Wertung: 8/10
Tracklist:
1. Diary
2. Used to Be
3. Be Free
4. Do You Need My love
5. Generation Why
6. Can't Go Home
7. Seven Words
8. Away Above
9. Front Row Seat
Veröffentlichung: 21.10.17 via Mexican Summer
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Mittwoch, 5. Oktober 2016
Aktuelle Veröffentlichungen (u.a. mit Nick Cave, Bon Iver, Vince Staples und Nicolas Jaar)
In den letzten Wochen werden dem geschmacksbewussten Musikliebhaber die Alben mit Jahresbestenlisten-Potenzial nur so um die Ohren gehauen. Voll Überschwang könnte man gar von einem historischen Frühherbst sprechen! Jetzt aber erstmal Butter bei die Fische und eine Übersicht in Listenform, damit nichts verloren geht.
An dieser Stelle sei letztmalig wärmstens auf die Funktionalität eines Youtube Unblockers hingewiesen.
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Freitag, 2. September 2016
Video: Nick Cave & The Bad Seeds - Jesus Alone
Mit "Jesus Alone" ist nun der erste Track des heiß erwarteten, am 9. September erscheinenden, Albums "Skelethon Tree" in bebilderter Form zu bewundern. Nick Cave führt uns ein weiteres Mal vor Augen, wie gut er das Spiel minimalistischer Singer-/Songwritermusik beherrscht. Ein großartiges Stück Musik, getragen von einem unheimlichem Tosen und Pfeifen in Endlosschleife. "Jesus Alone" ist ein gut sechsminütiger Gegenentwurf zur modernen Fast Food - Musikkultur, in der jedes neue effekthaschende Video auf die immer weiter abnehmende Aufnahmefähigkeit des Publikums zugeschnitten ist. Im Gegenteil beansprucht Caves Geniestreich die volle Aufmerksamkeit des Konsumenten, um seine soghafte Wirkung voll zu entfalten.
Ohne Youtube Unblocker ist das Video in Deutschland nicht verfügbar, wobei die Installation eines entsprechenden Add-Ons jedoch Abhilfe schaffen sollte. Es lohnt sich!
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