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Mittwoch, 9. Mai 2018

Deutsch-Pop/Rock News (09.05.2018): Die Nerven & International Music

Die aktuellen und die künftigen Kriterlieblinge mit jeweils hochwertigem Material.




Dienstag, 20. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016: 11 herausragende Songs


11 ist eine schöne Zahl. Berücksichtigt sind ausschließlich Songs, die nicht auf einem Album veröffentlicht wurden oder auf einem solchen, das es nicht in die noch zu veröffentlichende Liste der besten 25 Alben des Jahres geschafft hat.

Sonntag, 18. Dezember 2016

Neue Musik: Friends of Gas, Jay Som, Mick Jenkins, 4Trackboy & Echomann

Von Friends of Gas stammt der vielleicht packendste deutsche Post-Punk seit den frühen Fehlfarben. Das Outro ihres noch jungen  Debüts "Fatal Schwach" hört auf den Namen "Teeth" und darf als Appetizer für die Anfang 2017 anstehende Tour des Quintetts verstanden werden. Das verspricht einen guten Start ins neue Jahr!




Nicht so ganz neu, aber nun neu auf Vinyl ist "Turn Into" von Jay Som.
Das Titelstück mit seinen diffusen Gitarren und seinem träumerischen Gesang ist die ideale Anspielstation für alle, die auf einer sonnigen, mit Blumen betupften Wiese liegen, alle Viere von sich gestreckt, den Blick gen Himmel und die Mac DeMarco-Alben bereits durchgenudelt.




Mick Jenkins' Lobgesang auf die Liebe kann man natürlich kritisch gegenüberstehen. Bezüglich seiner neuen Auskopplung sieht das schon wieder anders aus. Solide.



4Trackboy aka Retrogott ist weitläufig bekannt als einer der wenigen deutschen Rapper, die rappen können.
Für "Timing & Effekte", sein aktuelles Machwerk, hat er sich kurzerhand Echomann aka Twit One geschnappt, um auf dessen Instrumentals einfach mal wieder ein paar locker flockige Bars zu legen. Kann man machen!

Dienstag, 8. November 2016

Video: Nick Cave & The Bad Seeds - Magneto

"Oh, the urge to kill somebody was basically overwhelming/ 
I had such hard blues down there in the supermarket queues"
Allen, die "Skeleton Tree" noch immer nicht erworben haben (weiß Gott warum), liefern Nick Cave & The Bad Seeds nach "Jesus Alone", "I Need You" und "Girl In Amber" ein weiteres Argument, dies schleunigst nachzuholen:

Freitag, 4. November 2016

Video: Anohni - Hopelessness

Meine hohen, durch das energetische "4 Degrees" weiter angeheizten Erwartungen vermochte Anohnis, im Mai veröffentlichtes, Hopelessness nicht einzulösen.
Der Gesang zu dramatisch, die Lyrics unangenehm moralisierend und auch der Sound hielt nicht das, was die Namen Hudson Mohawke und vor allem Oneohtrix Point Never als Co-Producer versprachen. Statisch, inkohärent, nur scheinbar innovativ und teils auch eher drucklos.
Kurz: Das Niveau früherer, teilweise ebenfalls elektronisch angehauchter Arbeiten wie der Swanlights-EP besitzt Hopelessness entgegen der einheitlichen Meinung aller mehr oder minder relevanten Feuilletonisten nicht.
Diese überschlugen sich regelrecht vor Jubel und feierten wochenlang die Genesung des Pops, der endlich den Mut zur "Message" und zum musikalischen Experiment wiedergefunden habe.
Mir hingegen geben die Lyrics das fatale Gefühl, von einer Moralistin mit erhobenem Zeigefinger belehrt zu werden.
Trotz aller Kritik ist das gestern veröffentlichte Video zum Titeltrack sehenswert. Wie viele andere Momente des Albums auch, offenbart es tolle Ansätze und vermittelt dem Hörer eine Idee davon, wie viel Potential dieses Projekt eigentlich gehabt hätte. Ich bleibe optimistisch, was das Nachfolgewerk anbelangt. Ist zum Glück nämlich alles gar nicht so hoffnungslos, wie Anohni uns weismachen möchte.

Video: Messer - Im Jahr der Obsessionen (All Diese Gewalt-Remix)

Bereits vor einigen Tagen erfreuten uns Messer mit einem Video zum famosen "Die Hölle", nur um jetzt direkt nachzulegen. Max Rieger von Die Nerven hat sich unter seinem Pseudonym All diese Gewalt dem in seiner Originalfassung schon großartigen "Im Jahr der Obsessionen" angenommen und einen Remix produziert, der nach Superlativen verlangt.
Melancholisch, treibend und von derart hoher Intensität, dass sich Nackenhaare kräuseln. Die ebenfalls schwer beeindruckenden Animationen von Dennis Zyche begleiten den Titel. Unheimlich gut!

Dienstag, 1. November 2016

Rezension: Weyes Blood - Front Row Seat To Earth

Im Heute wie im Gestern verortete Collagen der Einsamkeit















Nicht Jenny Hval, trotzdem geht es wieder um Blut. Um Natalie Mering, alias Weyes Blood, genauer gesagt.
Nach den Vorgängern von 2011 beziehungsweise 2014, ist "Front Row Seat to Earth" das nunmehr dritte Werk der 28 jährigen Kalifornierin.
Mering kann auf eine Vergangenheit als Bassistin bei Jackie-O Motherfucker, einer Experimental Rock-Gruppe aus Oregon, zurückblicken. Weyes Blood beheimatet jedoch eine andere Nische.
Man nehme den psychedelischen Hippie-Folk der späten 60er und vor allem 70er Jahre und stecke ihn kurzerhand ins 21. Jahrhundert. In eine Zeit, in die die Idee der freien Liebe als Tinder übersetzt wurde. In der man an sozialen Medien und Smartphones klebt, anstatt sich mit Akustikgitarre und Stockbrot ans Lagerfeuer zu setzen. In der aus politischer Aufbruchstimmung Desinteresse, Desillusionierung und Entpolitisierung geworden sind. Kurz: Eine Zeit, in der viele (Hippie-) Ideale nicht gut gealtert sind. Und genau dieses Gefühl schlägt sich in den neun Songs nieder. Unbedarftheit, Romantik und kindliche Hoffnung, aber auch die schiere Leere, die Fremdheit und tieftraurige Resignation, die als Erinnerung an geplatzte Träume zurückbleiben.Das liest sich jetzt natürlich sehr pathetisch, klingt es aber nur bedingt.

"Going to see end of days/ I’ve been hanging on my phone all day/ And the fear goes away” 

Der Gefühlsschwere ihrer Lieder zum Trotz, nimmt Mering sich selbst nicht zu ernst (Man sollte sich wirklich ihre süchtigmachenden Videos zu Gemüte führen). Sie ist mutig, scheut weder vor Selbstironie, noch vor Kitsch.
Das Gefühl, das den Rezipienten vereinnahmt, wird auf dem Cover durchaus passend illustriert.
Von einer schönen, mondartigen, aber auch verlassenen Landschaft umgeben zu sein, auf dem Boden zu liegen und einen Anzug aus türkisem Satin und weiße Sneaker zu tragen.
Klar, textlich sind Merings Songs die depressivsten und hoffnungslosesten Liebeslieder seit langem, doch der Vibe ist trotzdem ein warmer, angenehm verträumter. Dream Pop eben.
Die Instrumentierung ist hier reichhaltiger als bloßer 70s Folk. Subtile Dissonanzen, benommen eiernde Orgelsynths, entfernte Pianoklänge, eine liebliche Harfe und traurige Bläser existieren hier neben verschiedenen Effekten, die in erster Linie über Merings Stimme gelegt sind.
Selbsterklärend, dass radiotaugliche Hits vergebens gesucht werden.
"Front Row Seat To Earth" funktioniert vor allem als Ganzes, lullt den Hörer ein in eine verschwommene, surreale Traumwelt, in der das persönlich Intime und das allgemein Relevante und allgemein Gültige eins werden. Subjektive Gefühle von Einsamkeit, Zurückweisung und Schmerz den Herzschlag des gesamten Planeten zu dirigieren scheinen. Und der funky Satinanzug nie abgelegt wird.

Wertung: 8/10 

 

 


Tracklist:
1. Diary
2. Used to Be
3. Be Free
4. Do You Need My love
5. Generation Why
6. Can't Go Home
7. Seven Words
8. Away Above
9. Front Row Seat

Veröffentlichung: 21.10.17 via Mexican Summer

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Video & Stream: Friends of Gas - Ewiges Haus

Die Münchener Post-Punk-Formation Friends of Gas führte bislang eher ein Nischendasein. Das ist gar nicht mal so verwunderlich, wo das bisher einzige Lebenszeichen der Band doch ein auf 150 Kopien limitiertes Tape aus diesem Frühjahr ist.
Weniger verständlich wäre es jedoch, wenn sich nach dem Release ihrer morgen erscheinenden Debütplatte mit dem charmanten Namen "Fatal schwach" nichts an ihrem Bekanntheitsgrad ändern sollte. 
Zwar wurde mit "Ewiges Haus" erst eine Videoauskopplung in den Äther geschickt, dieser hypnotische 7-Minüter weiß dafür nachhaltig zu fesseln.
Dass die vier Münchener etwas von ihrem Handwerk verstehen, ist mehr als offensichtlich, viel wichtiger jedoch, dass Friends of Gas berühren.  
Bei "noisigen Gitarrenläufen und fragmentarischem Text zwischen fester Struktur und Improvisation, zwischen Post-Punk, Noise und den kalten 80ern" taucht der Hörer in eine entfremdete Welt voll bröckelnder Luftschlösser und wütender Melancholie ein, der Benzingeruch scheint tatsächlich unmittelbar.  
Max Rieger, Sänger und Gitarrist von Die Nerven und offensichtlich Bruder im Geiste, zeichnet sich erneut für die Produktion verantwortlich. Die Erwartungen sind hoch.

Zum Kennenlern empfiehlt sich neben der aktuellen Single auch das Tape, welches als Stream verfügbar ist und zudem mit überaus schönen Videos zu jedem der Tracks aufwarten kann. Am eingängingsten ist vielleicht das schließende "Lost Somebody". Ich bin ehrlich beeindruckt!



Mittwoch, 5. Oktober 2016

Aktuelle Veröffentlichungen (u.a. mit Nick Cave, Bon Iver, Vince Staples und Nicolas Jaar)


In den letzten Wochen werden dem geschmacksbewussten Musikliebhaber die Alben mit Jahresbestenlisten-Potenzial nur so um die Ohren gehauen. Voll Überschwang könnte man gar von einem historischen Frühherbst sprechen! Jetzt aber erstmal Butter bei die Fische und eine Übersicht in Listenform, damit nichts verloren geht.
An dieser Stelle sei letztmalig wärmstens auf die Funktionalität eines Youtube Unblockers hingewiesen.

Freitag, 2. September 2016

Video: Nick Cave & The Bad Seeds - Jesus Alone

Mit "Jesus Alone" ist nun der erste Track des heiß erwarteten, am 9. September erscheinenden, Albums "Skelethon Tree" in bebilderter Form zu bewundern. Nick Cave führt uns ein weiteres Mal vor Augen, wie gut er das Spiel minimalistischer Singer-/Songwritermusik beherrscht. Ein großartiges Stück Musik, getragen von einem unheimlichem Tosen und Pfeifen in Endlosschleife. "Jesus Alone" ist ein gut sechsminütiger Gegenentwurf zur modernen Fast Food - Musikkultur, in der jedes neue effekthaschende Video auf die immer weiter abnehmende Aufnahmefähigkeit des Publikums zugeschnitten ist. Im Gegenteil beansprucht Caves Geniestreich die volle Aufmerksamkeit des Konsumenten, um seine soghafte Wirkung voll zu entfalten.
Ohne Youtube Unblocker ist das Video in Deutschland nicht verfügbar, wobei die Installation eines entsprechenden Add-Ons jedoch Abhilfe schaffen sollte. Es lohnt sich!